500
Fahrzeuge täglich im Ernstfall
Papier und Bleistift im NATO-Ernstfall? Nicht mehr. Drei Intrapreneure aus der Truppe zeigen, was möglich ist.
Wenn NATO-Verbände verlegt werden müssen, zählt jede Stunde. Deutschland spielt dabei eine Hauptrolle: Als militärische Drehscheibe Europas entscheidet die Bundeswehr darüber, ob Fahrzeuge und Kriegsmaterial rechtzeitig dort ankommen, wo sie gebraucht werden.
Logistik entscheidet damit direkt über die Kriegstüchtigkeit. Intrapreneure aus dem Logistikbataillon 163 hatten das täglich vor Augen und wollten die analogen Prozesse in der Logistik verbessern. Gemeinsam mit dem CIHBw haben sie eine marktverfügbare Software zu einem einsatzreifen digitalen Werkzeug weiterentwickelt.
Täglich 500 Fahrzeuge. Über 2.500 Tonnen Material. Alles muss erfasst, koordiniert und in den RSOM-Prozess, also Reception, Staging and Onward Movement, der NATO überführt werden. Bisher lief das mit Papier und Bleistift.
Für Kapitänleutnant Eric L. war das ein operatives Risiko. Informationen standen oft nur auf einzelnen Zetteln oder Listen. Immer nur eine Person konnte gleichzeitig damit arbeiten. Änderungen mussten von Hand übertragen werden. Das kostete Zeit und machte Fehler wahrscheinlicher.
„Die Verwaltung der logistischen Prozesse hat mich vorher immer ausgebremst. Mit YARDED haben wir nun eine Software in der Hand, mit der wir mehr Daten, mehr Material und mehr Fahrzeuge bearbeiten und umschlagen können.“
YARDED macht alle Informationen sofort digital verfügbar. Mehrere Soldaten können gleichzeitig auf dieselben Daten zugreifen, Fahrzeuge und Material in Echtzeit verfolgen und Änderungen direkt übernehmen. So lassen sich deutlich mehr Fahrzeuge und Materialströme koordinieren. Das erhöht die operative Reaktionsfähigkeit der gesamten Einheit.
YARDED denkt den RSOM-Prozess konsequent neu: Planning, Operation und Postoperation laufen digital, durchgängig und auswertbar.
Das System zieht seine Datengrundlage aus dem NATO-Tool LOGFAS, erkennt Engpässe, gibt intelligente Handlungsempfehlungen und unterstützt Lageentscheidungen direkt vor Ort, auf dem Laptop, Tablet oder Handy.
Das Ergebnis in der Praxis: weniger Reibungsverluste, mehr Transparenz und schnellere Reaktionen bei Lageänderungen. Überlebenswichtiges Material kommt pünktlich an. Kein Rätselraten, kein Zeitverlust, kein Papierberg.
Das Potenzial reicht dabei weit über Deutschland hinaus. NATO-Partner stehen vor denselben Herausforderungen. YARDED ist bereit für die Allianz.
2023 startete der CIHBw die Innovation Challenge Logistik mit dem Ziel, eine der traditionsreichsten Disziplinen der Bundeswehr zum Umdenken zu bringen. Hauptmann Anna Thumer war von Anfang an dabei. Hier erklärt sie, warum sie nicht gewartet hat, bis jemand anderes das Problem löst:
Das sind die Dimensionen, in denen YARDED täglich Wirkung entfaltet und in denen analoge Prozesse schlicht versagen würden.
500
Fahrzeuge täglich im Ernstfall
2.500+
Tonnen Material täglich
3
Prozessphasen
Der heutige Erfolg zeigt: Innovation ist kein Zufall, sondern harte Arbeit. Ziel: YARDED im NATO-Kontext testen und skalieren.
Sven Weizenegger
Leiter des Cyber Innovation Hub der Bundeswehr