Hinterm Horizont geht's weiter.
SMART erweitert die maritime Aufklärung mit handelsüblicher Drohnentechnologie und einem KI gestützten Lagebild.
Begrenzte Sicht. Begrenzte Optionen.
Wer einmal auf einer Fregatte im Einsatz stand, kennt die Situation. Die Sicht reicht nur bis zum Horizont, dahinter fehlen oft entscheidende Informationen.
Bisher bleiben oft nur zwei Möglichkeiten. Das Schiff fährt selbst näher an die Lage heran oder die Marine setzt Hubschrauber und Flugzeuge ein. Beides kostet Zeit und Ressourcen. Luftfahrzeuge stehen zudem nicht immer zur Verfügung.
Genau hier setzt SMART an. SMART ist eine Aufklärungslösung, die Drohnen, Sensorik und KI nutzt, um ein Lagebild auf See zu erstellen. Das System erweitert den Aufklärungshorizont und liefert Informationen deutlich früher. Die Besatzung erkennt, was vor ihr liegt, bevor es sichtbar wird, und gewinnt Zeit für Entscheidungen.
Eine Drohne. Ein Lagebild. Eine neue Option.
SMART steht für Software for Maritime Aerial Reconnaissance Technology. Das System verbindet Drohnentechnologie mit einem KI-gestützten Lagebild, das Sensordaten automatisch auswertet und zu einem Gesamtbild zusammenführt.
Die Idee kommt direkt aus der Truppe. Das Marinekommando Fähigkeitsentwicklung hat das Vorhaben initiiert und gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie (FKIE) weiterentwickelt.
SMART setzt auf eine handelsübliche Drohne, die so angepasst wurde, dass sie direkt von einer Marineeinheit starten kann.
Zusätzliche Sensorik und neue Schnittstellen machen daraus ein System, das andere Einheiten weit vor dem eigenen Schiff erkennt und aufklärt.
So entsteht ein Lagebild über große Distanzen. Die Besatzung sieht früher, was vor ihr liegt, und gewinnt Zeit für Entscheidungen.
Das System nutzt Dual Use Technologie, also Technik, die sowohl zivil als auch militärisch eingesetzt wird. Statt lange auf neue Plattformen zu warten, bringt das Team vorhandene Technologie direkt in den Einsatz.
SMART wirkt dabei bewusst einfach. Keine Spezialplattform, keine langen Beschaffungszyklen, sondern eine Lösung, die sofort verfügbar ist.
Gerade diese Einfachheit macht den Ansatz so wirkungsvoll.
Das Lagebild passt sich an. Der Operateur entscheidet.
SMART arbeitet nicht mit festen Einstellungen. Das System lässt sich je nach Bedarf an die Situation anpassen.
In dynamischen Lagen kann SMART sensibler eingestellt werden und früh Hinweise liefern. Dabei werden bewusst mehr mögliche Fehlklassifikationen in Kauf genommen, um möglichst schnell ein vollständiges Lagebild zu erhalten.
In ruhigeren Situationen kann SMART konservativer arbeiten. Dann meldet das System nur Kontakte, die mit sehr hoher Sicherheit erkannt wurden.
So lässt sich das Lagebild je nach Bedarf zwischen möglichst frühzeitig und möglichst verlässlich ausrichten.
Im Einsatz getestet. Nicht im Labor.
SMART bewährt sich nicht im Labor, sondern unter realen Bedingungen.
Bei der NATO Übung REPMUS 25 in Portugal testete die Marine das System direkt im Einsatzumfeld.
Dort zeigte SMART, was die Technologie leisten kann. Ein schnelleres Lagebild, mehr Reichweite bei der Aufklärung und Entscheidungen, bevor eine Bedrohung sichtbar wird.
Für die Besatzungen verändert sich damit der Alltag spürbar. Sie erhalten früher Informationen, bleiben auf Abstand und können schneller handeln.
Die Marine erkennt Bedrohungen früher und gewinnt damit entscheidende Zeit im Einsatz.
Das System ist ein klarer Schritt nach vorne für die Marine und die gesamte Bundeswehr. Es zeigt, wie KI, Software Defined Defense und unbemannte Systeme konkret zusammenwirken und neue Fähigkeiten entstehen, die im Einsatz entscheidend sind.
Der CIHBw bringt dafür Truppe, Startups und Forschungspartner zusammen, damit aus Ideen schnell einsatzfähige Lösungen werden.
Handelsübliche Drohnen ermöglichen uns deutlich kosteneffizienteres Arbeiten als militärische Speziallösungen.
Ulf Steden
Cyber Innovation Hub der Bundeswehr