Fokusthema
EloKA: Wer kontrolliert, gewinnt.
Das elektromagnetische Spektrum ist zum entscheidenden Gefechtsfeld geworden.
Elektronische Kampfführung (EloKa) wirkt in zwei Richtungen: Sie stört und täuscht feindliche Funksignale, schützt aber gleichzeitig die eigene Kommunikation und Sensorik. Das Schlachtfeld dafür ist das elektromagnetische Spektrum: alle Funkfrequenzen, auf die moderne Streitkräfte angewiesen sind. GPS, Radar, Kommunikationsfunk, Satellitendaten. Wer diese unsichtbare Infrastruktur kontrolliert, hat taktischen Vorteil.
Seit dem Ukrainekrieg hat sich das Bedrohungsbild verschärft. Drei Angriffsmethoden dominieren: Jamming blockiert Signale komplett und macht GPS oder Kommunikation unbrauchbar. Spoofing schickt gefälschte Signale, die ein System in die falsche Richtung lenken. Die elektronische Übernahme geht noch weiter: Drohnen oder Sensoren werden direkt gekapert. Diese Methoden sind günstig, weit verbreitet, dezentral einsetzbar und erfordern kein großes technisches Know-how.
Der Bundeswehr fehlen bisher Lösungen, die feindliche Aktivitäten früh erkennen, präzise orten und wirkungsvoll neutralisieren.
Aktiv statt reaktiv: Der CIHBw bricht das Muster.
Der CIHBw entwickelt aktive Gegenmaßnahmen, die EloKa-Angriffe in Echtzeit erkennen, einordnen und stoppen. Statt nur zu reagieren, geht der Hub aktiv vor. Und die gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt zurück: Sie schärfen die eigene EloKa und stärken damit nicht nur die Abwehr, sondern auch die Angriffsfähigkeit.
Weil die Entwicklungszyklen in diesem Technologiefeld immer kürzer werden, baut der CIHBw sein Engagement gezielt aus. Ein konkretes Format dafür ist die SPECTRA Challenge: ein Innovationswettbewerb, bei dem Startups und Universitäten EloKa-Lösungen entwickeln und direkt an militärischen Anforderungen testen. 13 Teams haben mitgemacht. Die besten Lösungen kommen in die Bundeswehr.
Innovation ist kein Privileg der Friedenszeiten. Sie ist Voraussetzung für unsere Freiheit.
Sven Weizenegger
Leiter des Cyber Innovation Hubs der Bundeswehr
Disruptive Lösungen für das elektromagnetische Spektrum.
Der CIHBw sucht Technologien, die feindliche EloKa-Angriffe auf unbemannte Systeme wie Drohnen, Fahrzeuge und Sensoren aufspüren, analysieren und abwehren. Drei Ansätze sind gefragt: schützen, täuschen oder aktiv zurückwirken. Das Ziel: erstmals aktive Gegenmaßnahmen schaffen, die im echten Einsatz funktionieren und die Einsatzfähigkeit eigener unbemannter Systeme sichern.