Das unbemannte Überwasserfahrzeug Seetaube fährt im Hafen von Eckernförde
  • Aufklärung
  • EloKa
  • Autonomie

Taufe der „Seetaube“ in Eckernförde

Unbemanntes Überwasserfahrzeug an die Bundeswehr übergeben

Nach unten scrollen

Mitte August fand in Eckernförde die Taufe des neuesten unbemannten Überwasserfahrzeugs der Bundeswehr auf den Namen Seetaube statt. Die Seetaube ist rund sechs Meter lang und ausgestattet mit intelligenten Sensoren, Kameras und Radar zur Aufklärung auf See. Sie kann eigenständig vorgeplante Missionen fahren und die Aufklärungsergebnisse sicher und direkt an das Bedienpersonal übermitteln. Zum Eigenschutz verfügt die Seetaube über ein akustisches Warnsystem und kann mit autonomen Abwehrmaßnahmen das Annähern Dritter verhindern.

Die Herausforderung

Verdächtige Aktivitäten auf See und in der Nähe kritischer Infrastruktur frühzeitig zu erkennen, Angriffe eindeutig festzustellen und in Echtzeit darauf zu reagieren, ist eine Aufgabe der Bundeswehr. Dabei machen hybride Aktivitäten unterhalb der Schwelle eines militärischen Konflikts auch die Sicherheitslage auf See immer komplexer. Die meisten Objekte ob Aufklärungsboje, Drohne oder Flugzeug haben eine elektronische Signatur und können dadurch aufgeklärt werden. Um die Position eines unbekannten Objekts präzise zu lokalisieren, muss es von zwei Sendern angepeilt werden. Dieses Verfahren wird Kreuzpeilung genannt.

Der Lösungsansatz

Ein unbemanntes Begleitfahrzeug für alleinfahrende Schiffe und Boote

Durch unbemannte, autonom agierende Begleitfahrzeuge kann der Radius der Aufklärung wesentlich erweitert werden und die Ergebnisse werden schneller und präziser gewonnen. Mit der Seetaube erhalten alleinfahrende Schiffe und Boote eine zweite flexibel einsetzbare Peilbasis. Die vorgeplante Missionsdurchführung erlaubt einen Erkenntnisgewinn ohne Mehrbelastung und bei kritischen Einsätzen ohne Gefährdung für die Mannschaft. Der Bediener überwacht die Mission und kann jederzeit eingreifen (Human in the Loop). 

Eine Marinesoldatin zerschlägt eine Sektflasche am Bug der Seetaube.
Ein Marinesoldat schaut auf die auslaufende Seetaube.
Die Seetaube fährt über das Wasser. Im Hintergrund ist eine bewaldete Küstenlinien.
Das Erfolgsrezept

Von der Idee bis zur Taufe der Seetaube

Die Seetaube ist als Innovationsprojekt in Zusammenarbeit zwischen dem Cyber Innovation Hub der Bundeswehr, dem Zentrum für Digitalisierung der Bundeswehr und Stark Defence entwickelt worden. Das Besondere: Die Soldatinnen und Soldaten haben eine konkrete Herausforderung in ihrem Einsatzalltag erkannt und sich an den Cyber Innovation Hub gewendet. Der CIHBw hat den Markt erkundet und eine marktverfügbare Lösung von Stark Defence identifiziert. Gemeinsam mit den späteren Nutzerinnen und Nutzern und begleitet durch den CIHBw haben die Entwickler von Stark Defence ihr Produkt an die spezifischen Anforderungen der Truppe angepasst und verbessert. 

Das Ergebnis

Frühes Testen und ständiges strukturiertes Nutzerfeedback

In den kommenden Monaten finden weitere umfangreiche Tests statt, bevor das System offiziell in Dienst genommen wird. Die künftigen Nutzerinnen und Nutzern werden ausgebildet und mit dem System und seiner Steuerung vertraut gemacht. Danach wird das Überwasserfahrzeug im eigentlichen Seebetrieb und im Anschluss im Rahmen einer Aufklärungsmission auf Herz und Nieren geprüft. Auch in dieser Erprobungsphase steht die Optimierungen und das Erkennen technischer Probleme im Fokus.

Der Name Seetaube steht für Taktische Aufklärungs- und Beobachtungs-Einheit. Symbolisch steht die Taube für Frieden und unterstreicht, dass es sich um ein unbewaffnetes und dem Friedenserhalt dienendes System handelt.