Person in Uniform blickt auf Marineschiff im Hafen

Unsere Intrapreneure

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Intrapreneure im CIHBw

Ideen aus der Truppe, umgesetzt mit dem CIHBw

Gute Ideen für eine bessere Bundeswehr kommen aus der Truppe selbst. Hier kommen sieben Soldatinnen und Soldaten zu Wort, die ihre Ideen nicht in der Schublade gelassen haben. Sie haben Probleme aus ihrem Dienstalltag erkannt, Lösungen entwickelt und mit dem CIHBw umgesetzt. Was sie eint: der Wille, etwas zu verändern, und die Überzeugung, dass es in der Bundeswehr auch anders geht.

Bundeswehr-Intrapreneur Tino Richter, Fachdienstoffizier an der Pionierschule des Heeres in Ingolstadt.
Hauptmann, Pionieroffizier

Tino Richter: Die Brückenerkundung von Block und Bleistift befreit

An der Pionierschule des Heeres in Ingolstadt wird die Brückenerkundung noch auf Papier gemacht. Unteroffiziere und Offiziere müssen einschätzen, ob ein Fahrzeug eine Brücke sicher überqueren kann. Das kostet Zeit, verbraucht Papier und ist nicht mehr zeitgemäß.

Hauptmann Tino Richter, seit 2005 bei der Bundeswehr, will das ändern. Mit EvE, kurz für Erkundung von Einsatzstellen, entwickelt er eine plattformunabhängige Software, die diese Bewertung digital ermöglicht. Eine erste Version der Website hat er selbst programmiert. Jetzt arbeitet er mit einem Unternehmen an einer mobilen Lösung.

Das Bootcamp des Zentrums für Intrapreneurship war für ihn der erste intensive Kontakt mit agilen Methoden wie schnellem Prototyping, iterativem Arbeiten und Innovationsmanagement. Er war sofort überzeugt. Für ihn ist klar: Die Bundeswehr muss an vielen Stellen schneller und flexibler werden. Genau hier sieht er den Mehrwert des CIHBw, weil Prozesse beschleunigt werden können.
Das Intrapreneurship beschreibt er als schnellen Weg, um Ideen umzusetzen. Nach seinem Pitch ging alles deutlich schneller voran. Seine Haltung: Für jedes Problem gibt es eine Lösung, man muss sie nur angehen und dranbleiben.

Was ihm fehlt, ist mehr persönlicher Austausch. Er wünscht sich ein Format wie einen „Tag der Intrapreneure“, bei dem sich ehemalige und aktuelle Teilnehmende sowie Expertinnen und Experten aus der Tech-Branche austauschen und voneinander lernen.

Auch strukturell sieht er Verbesserungsbedarf. Die Bundeswehr müsse weniger bürokratisch werden, vor allem wenn es in Krisen auf Geschwindigkeit ankommt. Menschen mit Ideen brauchen den Raum, Innovationen voranzutreiben. Nur so entsteht das Gefühl, dass sich wirklich etwas verändert. Das Intrapreneurship leistet dazu einen wichtigen Beitrag.

Steve Jobs hätte das iPhone sicherlich nicht in der Bundeswehr entwickelt.

Tino Richter

Tino Richter

Hauptmann, Intrapreneur

Hauptleute Sebastian Ahlburg und Stephan Hoffmann stehen in Uniform nebeneinander im Außenbereich
Hauptleute, Fluglotse und Mechatroniker

Sebastian Ahlburg & Stephan Hoffmann: MURPH macht den Alarmierungsprozess digital

Im Tower eines Flugplatzes kann schon ein kaputter Kugelschreiber zum Problem werden. Bei einem Unfall im Flugbetrieb können fehlende Informationen schwerwiegende Folgen haben.

Hauptmann Sebastian Ahlburg, Fluglotse mit Studium im Technologie und Innovationsmanagement, und Hauptmann Stephan Hoffmann, gelernter Mechatroniker, haben deshalb MURPH entwickelt. Die webbasierte App digitalisiert den Alarmierungsprozess bei Unfällen im Flugbetrieb. Alle Beteiligten haben schnell und einfach Zugriff auf die wichtigsten Informationen. Handschriftliche Notizen sind damit nicht mehr nötig.

Ahlburg kannte den CIHBw bereits und fand schnell Anschluss an die Arbeitsweise im Hub. Für ihn war vieles aus dem Studium hier gelebte Praxis. Hoffmann wurde über einen Intranet Artikel auf das Intrapreneurship aufmerksam. Agile Methoden und Innovationsmanagement waren für ihn neu, aber durch die gemeinsame Arbeit an MURPH fand er sich schnell ein.

Was beide besonders überzeugt hat, war die Geschwindigkeit. Ein erfolgreicher Test am Standort Faßberg hat gezeigt, dass Prozesse auch schneller gehen können. Vor allem der Einblick in die Beschaffung hat ihnen neue Perspektiven eröffnet.

Den CIHBw sehen sie als wichtige Stelle, die Innovation möglich macht. Ohne das Programm würde man bis zu zehn Jahre in der Theorie bleiben, ohne ein Produkt wirklich umzusetzen.

Für die nächsten Schritte wünschen sie sich klare Ansprechpartner, die durch die komplexen Beschaffungsprozesse helfen. Ziel ist es, MURPH spätestens 2026 in den Alarmservice der Bundeswehr zu integrieren.

Für die Zukunft wünschen sich beide mehr Mut bei Entscheidungen, eine offenere Fehlerkultur und einfachere Prozesse mit klaren Zuständigkeiten. Besonders im Beschaffungswesen sehen sie noch Verbesserungsbedarf.

Ihre Empfehlung: stärker ergebnisorientiert arbeiten, nah an der Praxis bleiben und im Team schnell Lösungen entwickeln, die sich gut skalieren lassen.

Der Cyber Innovation Hub hat ein Alleinstellungsmerkmal in den Streitkräften.

Sebastian Ahlburg & Stephan Hoffmann

Sebastian Ahlburg & Stephan Hoffmann

Hauptleute, Intrapreneure

Korvettenkapitän Patrick O’Keeffe steht in Marineuniform vor Hafen mit Schiff im Hintergrund
Korvettenkapitän, Reservist

Patrick O'Keeffe: Vom Satellit bis zum Meeresgrund ein lückenloses Lagebild

Korvettenkapitän Patrick O’Keeffe kennt beide Welten: die Bundeswehr und die freie Wirtschaft. Der 38-jährige Reservist arbeitet am NATO Center COE CSW in Kiel und hat zuvor in agilen Teams im Technologiesektor gearbeitet. Als Teil der Crew 2006 ist er eng mit der Marine verbunden.

Die Idee für sein Innovationsprojekt entstand bei einem Treffen im U-Boot-Geschwader in Eckernförde. Dort lernte er Jan Philipp Krahn kennen, den Leiter des Zentrums für Intrapreneurship. Krahn zeigte, wie einfach man auf frei verfügbare Satellitenbilder zugreifen kann. O’Keeffe erkannte sofort das Problem: Die Marine nutzte diese Daten zwar, konnte sie aber nicht sinnvoll in ihre Lagebilder integrieren.

Er entschied sich, dafür eine Lösung zu entwickeln. Noch vor Ort wurde er als Intrapreneur in das Programm aufgenommen. So entstand das Projekt Multi-Sensor Data Fusion. Ziel ist es, ein durchgängiges Lagebild vom Weltraum bis zum Meeresgrund zu schaffen und damit neue Maßstäbe in der Verteidigungssoftware zu setzen.

Was ihn von Anfang an überzeugt hat, waren die flachen Hierarchien, die offene Kommunikation und die transparente Zusammenarbeit, auch mit der BWI. Für ihn ist der CIHBw eine Einheit, die Innovation aktiv vorantreibt und in die Bundeswehr bringt, mit starken Partnern statt klassischen Beratern.

Gerade in der Anfangsphase, wenn neue Ideen auf Widerstand stoßen, hilft ein strukturiertes Programm im Hintergrund. Für erfolgreiche Innovation braucht es Freiraum, gutes Führungsverhalten und den Willen, dranzubleiben, auch wenn nicht alles sofort funktioniert. Mikromanagement passt für ihn nicht zu Innovation.

Er hat viele Erfolgsmomente erlebt: vom ersten Prototyp über den Test mit Nutzern bis hin zur Aufmerksamkeit innerhalb der NATO.

Sein Fazit: Das Projekt kann als Vorbild für schnellere Beschaffungsprozesse dienen. Seine Empfehlung ist klar: Einfach machen.

Ich habe eine Kette von Wow-Momenten als Intrapreneur erlebt.

Patrick O'Keeffe

Patrick O'Keeffe

Korvettenkapitaen, Intrapreneur

Major Michael Frick spricht an Rednerpult in Innenraum mit Mikrofon
Major, Flugberater

Michael Frick: Von der Idee 2011 zu 300.000 Downloads

Major Michael Frick hatte die Idee für den MilAIS Preflight Manager schon 2011, kurz nachdem Apple das iPad vorgestellt hatte. Sein Ziel: die Flugvorbereitung für Pilotinnen und Piloten der Bundeswehr digital machen.

Die App soll wichtige Informationen wie Überflugverbote, Hindernisse und Luftraumeinschränkungen übersichtlich bereitstellen. So müssen Flugberater keine PDFs mehr per E-Mail verschicken, und Ausdrucke oder handschriftliche Notizen entfallen.

Damals war das noch nicht möglich. iOS-Programmierung war neu, es gab keine Innovationseinheit in der Bundeswehr, und Tablets spielten noch keine Rolle. Das änderte sich 2019, als entschieden wurde, alle Pilotinnen und Piloten mit iPads auszustatten. Für Frick war das der Startschuss.

Der CIHBw griff die Idee auf. Nachdem ein Softwarepartner gefunden war, gab es schon nach vier Wochen einen ersten Prototyp.

Die App verbessert die Kommunikation zwischen Flugberatern und Piloten, erhöht die Sicherheit und spart Zeit und Ressourcen. Alle wichtigen Informationen sind mit wenigen Klicks verfügbar. Über das Portal MilAIS werden heute jedes Jahr mehr als 300.000 Luftfahrtveröffentlichungen heruntergeladen.

Frick sagt: Der CIHBw hat ihm gezeigt, dass Innovation in der Bundeswehr möglich ist.

Für die Zukunft wünscht er sich mehr Austausch zwischen Intrapreneuren und eine engere Zusammenarbeit mit zivilen Partnern. Auch die Beschaffung sollte einfacher und flexibler werden. Wichtig ist für ihn außerdem, dass Projekte nach der Entwicklung weiter unterstützt werden.

Heute arbeitet Frick im Weltraumkommando der Bundeswehr. Sein Rat: Wer eine Idee hat, sollte sie verfolgen und umsetzen. Das Bootcamp ist dafür ein guter Einstieg, egal ob die Idee schon ausgereift ist oder erst am Anfang steht.

Es gibt 1000 verschiedene Wege, den Cyber Innovation Hub kennenzulernen.

Michael Frick

Michael Frick

Major, Intrapreneur

Fregattenkapitän Volker Voss bedient digitalen Bildschirm auf Schiffsbrücke
Fregattenkapitän

Volker Voss: Tesla Tender ersetzt Buntstift und Seekarte

Fregattenkapitän Volker Voss arbeitet seit über zehn Jahren an einer digitalen Lösung für die Navigation auf der Brücke eines Tenders.

Sein Ziel: klassische Hilfsmittel wie Buntstifte, Zirkel und Papierseekarten durch ein digitales Lagebild ersetzen. Dieses soll verschiedene Sensordaten zusammenführen und alle wichtigen Informationen auf einen Blick zeigen.

Mit dieser Idee wandte er sich an den CIHBw. Das Ergebnis, Tesla Tender, wird heute bei der Marine getestet.

Hauptmann Martin Rothe steht in Uniform vor Gebäude mit Wappen im Hintergrund
Hauptmann, Intrapreneur

Martin Rothe: Fuehrungsueberlegenheit durch Informationsueberlegenheit

Hauptmann Martin Rothe hat gemeinsam mit dem CIHBw eine Non-Code-Datenbank entwickelt.

Der Vorteil: Für die Nutzung sind keine Programmierkenntnisse nötig. Die Datenbank wird direkt im Browser über eine einfache, grafische Oberfläche gesteuert und ist leicht verständlich.

So wird der Einstieg in die Digitalisierung deutlich einfacher. Gleichzeitig können Informationen besser genutzt werden und Entscheidungen schneller getroffen werden.

Leutnant zur See Florian Roth und Oberleutnant Marc Wietfeld stehen in Uniform in modernem Innenraum
Oberleutnant & Leutnant zur See

Marc Wietfeld & Florian Roth: Innere Führung spielerisch auf das Smartphone

Oberleutnant Marc Wietfeld und Leutnant zur See Florian Roth haben die Smart Solutions Challenge des CIHBw gewonnen. Insgesamt traten elf Teams an, ihr Team überzeugte mit der Bestwertung.

Ihre Idee: die App Bw IdentifY. Sie vermittelt Soldatinnen und Soldaten die Prinzipien der Inneren Führung auf spielerische Weise über das Smartphone, mit Spiel, Spaß und Wettbewerb.

Als Defence Intrapreneure steuern die beiden die Umsetzung ihrer Idee selbst.