Minenaufklärung aus der Luft

Landminen töten oder verstümmeln jährlich Tausende Menschen – lange nach Ende der eigentlichen Kampfhandlungen. Auch im Ukrainekrieg werden sie massenhaft eingesetzt, oft ohne Dokumentation ihrer Lage. Die Folgen sind fatal: Für Soldat:innen ebenso wie für Zivilbevölkerung, Landwirtschaft und humanitäre Helfer. Das Innovationsvorhaben „Minesweeper“ Cyber Innovation Hub der Bundeswehr (CIHBw) zeigt, wie moderne Technologie diesen Gefahren wirkungsvoll begegnen kann – mit Drohnen, KI und smarten Datenstandards.

 
Herausforderung

Minen aufzuspüren ist mühsam, gefährlich und langsam. Klassische Suchmethoden wie Metalldetektoren oder Minensuchnadeln stoßen an ihre Grenzen, insbesondere bei großflächigen oder unübersichtlichen Einsatzorten. Gerade Antipersonenminen, die nur wenige Zentimeter groß sein können, bleiben oft unentdeckt. Dabei sind schnelle und verlässliche Aufklärungsergebnisse essenziell – für militärische Operationen ebenso wie für den Schutz der Bevölkerung.

Ein Soldat versucht mit einer Minensuchnadel eine Mine aufzuspüren.
Ein Soldat sucht ein großes Feld nach Minen ab: Der konventionelle Weg der Minensuche ist für Soldat:innen sehr gefährlich und zeitaufwendig.
Lösung

Im Zentrum von „Minesweeper“ steht eine Softwarelösung, die unbemannte Luftfahrzeuge (UAVs) steuert und zur systematischen Erkundung von Minensperren und kampfmittelbelasteten Flächen eingesetzt wird. Die ursprünglich für zivile Zwecke entwickelte Technologie der ASDRO GmbH aus Essen wurde gemeinsam mit dem CIHBw für militärische Anforderungen angepasst. Herzstück des Systems ist ein KI-gestütztes Analysemodul: Sensoren wie Magnetometer erfassen während des Überflugs die Eigenschaften des Untergrunds. Die Software erkennt daraus nicht nur einzelne Minen, sondern auch typische Verlegemuster. Ergebnisse werden auf einer digitalen Karte dargestellt – inklusive potenziell minenfreier Durchgangsgassen. Das erhöht die Aufklärungsrate und minimiert das Risiko für eingesetzte Kräfte deutlich.

 

Ausblick

Minesweeper ist modular aufgebaut – weitere Sensoren wie Bodenradar und Infrarottechnik sind bereits in Planung. Um die Integration in das Führungsinformationssystem der Bundeswehr (SitaWare) zu ermöglichen, wurde gemeinsam mit der Luftlandepionierkompanie 270 ein neuer Datenstandard entwickelt: Mine-GeoJSON. Über das Plugin „Minesweeper-Connector“, realisiert mit dem Startup Bootcamp Bros, können Fundkoordinaten und Sensordaten direkt digital im Lagebild angezeigt und an andere Truppenteile weitergegeben werden. Minesweeper zeigt: Innovationskraft aus der Startup-Szene kann Leben retten – schnell, präzise, digital.