“Strategic Algorithms: Winning the AI Arms Race“ ist das Motto der MSC Innovation Night 2026. Künstliche Intelligenz verschafft Zeit, wo sie am dringendsten gebraucht wird. Der entscheidende Faktor im Gefecht ist längst nicht mehr Feuerkraft, sondern Entscheidungsfähigkeit unter Zeitdruck. Jede Entscheidung, die der Kommandeur im Gefecht trifft, wirkt sich unmittelbar auf Leben oder Tod der anvertrauten Soldatinnen und Soldaten aus. Zwei Projekte, wie Kommandeure bei ihrer Entscheidungsfindung unterstützt und entlastet werden können, sind die Innovationsvorhaben Smart Lead und IDCAT, die bei der MSC Innovation Night 2026 vorgestellt wurden.
Das Innovationsvorhaben Smart Lead, entwickelt mit dem Startup Command AI, setzt im Führungsprozess an. Auf dem modernen Schlachtfeld laufen beim Kommandeur eine Vielzahl Informationen ein. Die KI-gestützte Software Smart Lead filtert diese Informationen, bildet militärische Logik ab und bereitet Handlungsoptionen nach NATO-Doktrin vor. Sie ermöglicht 40 Prozent Zeitersparnis für einen Bataillonsbefehl. Nicht als Selbstzweck, sondern als Voraussetzung für Decision Superiority.
Die Entscheidung allein gewinnt jedoch keinen Konflikt. Für die taktische Umsetzung sorgt das Innovationsvorhaben IDCAT (Integration of Drone Capabilities into Armored Troops), entwickelt mit dem Startup Stark. IDCAT ist eine taktische KI, die Drohnen nicht isoliert betreibt, sondern sie in den Kampf der verbundenen Waffen integriert. Sensor-to-Shooter in Sekunden – nicht Minuten. Ein Operator versucht nicht mehr, eine Drohne ins Ziel zu bringen, sondern er managt mehrere Systeme gleichzeitig, um die schnellste und effektvollste Wirkung im Ziel zu entfalten.
Smart Lead und IDCAT stellen damit zwei Ebenen derselben strategischen Vision „Winning the AI Arms Race“. Zusammen erreichen sie das, was notwendig ist, um im Wettlauf um Künstliche Intelligenz zu gewinnen: Sie verkürzen die Zeit zwischen Erkenntnis, Entscheidung und Handlung. Sie unterstützen die Truppe, ihren Auftrag zu erfüllen und schützen Leben.
Dies sind zwei von mehr als 200 Innovationsvorhaben, die der CIHBw seit seiner Gründung umgesetzt hat.
Die Verdreifachung des Budgets des CIHBw durch den Deutschen Bundestag sei ein klarer Auftrag den beschrittenen Weg fortzusetzen und zu skalieren, unterstrich Sven Weizenegger, Leiter des CIHBw, in seiner Eröffnungsrede. Mit dem SPARK-Cell-Programm setzt der CIHBw genau hier an. Ziel ist es, Innovation zu dezentralisieren und in den Arbeitsalltag der Soldatinnen und Soldaten zu integrieren. Soldatinnen und Soldaten werden vom Cyber Innovation Hub ausgebildet und betreut, um in ihren eigenen Einheiten als Innovatoren zu denken und zu handeln. Sie identifizieren und lösen vor Ort Herausforderungen, unterstützt und begleitet durch den CIHBw. „Die SPARK-Cells sind nicht nur ein Programm. Sie sind eine schnell wachsende Bewegung“, machte Sven Weizenegger deutlich.
Zum bereits neunten Mal hatten der Cyber Innovation Hub der Bundeswehr und die MSC am Vorabend der Münchner Sicherheitskonferenz zur MSC Innovation Night eingeladen. Hochkarätige Gäste aus Politik, Militär, Wirtschaft und Startup-Szene diskutierten, wie Innovation und Defense-Tech-Startups zur gesamtstaatlichen Resilienz beisteuern können.